Kultur als Widerstandsform
von Simona Ciubotaru
Kehl, Mittwoch, 17.12. Mit der Lesung der renommierten Autorin und Publizistin Natalka Sniadanko fand die fünfteilige Veranstaltungsreihe „Worte überwinden Grenzen“ im Kulturhaus Kehl ihren Abschluss. Organisator war die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Ortenau e.V. (DUGO), die seit ihrer Gründung im Frühjahr sehr aktiv ist und absolut professionell ihre Veranstaltungen in Kehl organisiert.

Die von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Ortenau e.V. (DUGO) organisierte und vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes geförderte Reihe machte in Kehl Literatur zu einem Raum der Begegnung mit einer im Abendland immer noch viel zu wenig bekannten Kultur und Geschichte, und ermöglichte einen intensiven deutsch-ukrainischen Dialog auf gehobenem Niveau.
Zwischen der Widerspiegelung der Vergangenheit des ukrainischen Volkes – das seit langer Zeit um seine Freiheit und Unabhängigkeit kämpft – und einer schonungslosen Offenlegung der gegenwärtigen Kriegsrealitäten fand eine tiefgehende politische Reflexion statt.
„Unser Ziel war es, durch die Begegnungen mit den ukrainischen Autorinnen Menschen für die Ukraine zu interessieren“, sagt Martin Kujawa, Vorstandsmitglied der DUGO. „Durch die Literatur konnten unterschiedliche Perspektiven der gegenwärtigen Situation eingenommen werden.“
Die Lesungen und Gespräche spannten einen weiten thematischen Bogen: von der engen Verflechtung der ukrainischen Literatur mit anderen Literaturen – auch der russischen – über den aktuellen Erinnerungsdiskurs, die Transformation und Instrumentalisierung von Sprache im Krieg bis hin zu den schmerzlichen Erfahrungen von Gewalt, Flucht und Verlust. Auch gesellschaftskritische Aspekte wie Zwangsmobilisierungen oder Einschränkungen der Meinungs- und Pressefreiheit wurden reflektiert. Damit bestätigte sich, was der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch in seiner Rede zur Verleihung des Heinrich-Heine-Preises 2022 betonte: die Literatur als unverzichtbares Medium des Erinnerns und als Entwurf einer gerechteren Zukunft.
Im Zentrum des Abschlussabends stand Natalka Sniadanko, die aus ihrem Buch „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde“ las. Moderiert haben Gertrud Deffner, Mitgründerin der DUGO, und Margarita Koshyl, Mitglied des Vorstands. Seitens der ifa und zuständig für das Projekt begrüßte das zahlreiche Publikum Karoline Gil.
Die Autorin, Übersetzerin, Journalistin und Literaturwissenschaftlerin Natalka Sniadanko, 1973 in Lwiw geboren, ist seit Jahrzehnten eng mit Deutschland verbunden. Nach Studien in Lwiw und Freiburg, vielfältigen internationalen Tätigkeiten und einer beeindruckenden Arbeit als literarische Übersetzerin zählt sie heute zu den wichtigsten Stimmen der ukrainischen Gegenwartsliteratur. Seit 2023 promoviert sie und lehrt ukrainische Literatur an der Universität Leipzig.
Ihr Roman verbindet die historisch verbürgte Figur des Erzherzogs Wilhelm von Habsburg mit der fiktiven Lebensgeschichte seiner Enkelin Halyna. In dieser vielschichtigen Verschränkung von Biografie, Fiktion und europäischer Geschichte entfaltete die Autorin eine Generationensaga, welche die Fragen von Identität, Unabhängigkeit und Zugehörigkeit behandelt – und zugleich einen tiefen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Ukraine gibt.

Nach der Lesung sprach Natalka Sniadanko mit der Kehler Zeitung über die ukrainische Sprache, kulturelle Identität und Geschichte sowie über die aktuellen Realitäten in der Ukraine. „Die Leute wissen nur einen verfälschten Teil davon, der propagandistisch aggressiv von Russland benutzt wird“, so Sniadanko, die über zehn Jahre lang auch als Journalistin gearbeitet hat.
Der erste Punkt war die ukrainische Sprache versus Russisch: Ukrainisch sei kein dem Russischen untergeordneter Dialekt, sondern eine Sprache, die sich aus der ostslawischen Sprachgruppe entwickelte – genauso wie die romanischen Sprachen aus dem Vulgärlatein (im Volk gesprochen) entstanden, aber ganz unterschiedlich sind. „Russland benutzt als Vorwand für seine Invasion in der Ukraine den Schutz der Russischsprechenden“, erklärte Sniadanko. Aber alle würden in der Ukraine auch Russisch sprechen, infolge der langjährigen Besetzung durch die Sowjetunion und ihrer sehr effizienten Russifizierungsmethoden. Der beste Beweis dafür, dass die Sprachen ganz unterschiedlich sind, sei die Tatsache, dass waschechte Russen keinen einzigen Brocken Ukrainisch verstünden.
Ein anderer Aspekt ist der systematische und langjährige Versuch Russlands, die ukrainische Kultur und Identität auszulöschen. „Es wurden im 20. Jahrhundert Tausende Künstler und Intellektuelle unseres Landes inhaftiert und getötet“, erklärte Sniadanko. „Viele wurden sogar zum Anlass großer kommunistischer Feierlichkeiten in Gruppen, gemeinsam, wie Tiere abgeschlachtet.“
Es habe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine kurze Phase der Ukrainisierung gegeben, als die Sowjets ihre Politik auflockerten. „Die ukrainische Kultur blühte auf, und in Charkiw, welche für eine Zeit Hauptstadt war, entstand eine riesige Künstlerkolonie.“ Es sollen um die 1000 Künstler dort beieinander gelebt haben. „Später wurden sie dort alle verhaftet und verschleppt, dann inhaftiert und getötet. Es habe Zeiten gegeben, in denen schon eine ukrainische Publikation oder eine Bibel zu besitzen oder nur ein bisschen Ukrainisch zu sprechen, Grund genug war, um als ‚Staatsfeind‘ verurteilt und hingerichtet zu werden.“

Seit der russischen Invasion, vor allem seitdem die Bomben fallen und die Zivilbevölkerung massakriert wird, habe sich die Stimmung auch in der russifizierten und prorussischen Bevölkerung massiv verändert. „Niemand hat schneller die Ukraine wieder ukrainisiert als Putin – zu seiner Überraschung“, so Sniadanko.
Obschon viele Künstler und Intellektuelle seit dem Ausbruch des Krieges gestorben seien – auch an der Front – pulsiere die ukrainische Kultur. Und zwar wortwörtlich unter der Erde – in den Schutzräumen, in Bunkern. Auch ukrainische Künstler, die seit langem im Ausland leben, würden jetzt in die Krisengebiete gehen und dort für die Bevölkerung musizieren sowie Theateraufführungen und Lesungen bieten, während draußen die russischen Bomben fallen. „Und viele halten Konzerte und Lesungen im Abendland, um ihrem Volk zu helfen“.
In Bezug auf den von den Präsidenten Trump und Putin vorgelegten Friedensplan glaubt die Autorin, dass die Ukrainer dies mehrheitlich ablehnen würden. „Das ist eine Demütigung für die Ukraine. Es ist kein Friedensabkommen, sondern der Zwang zur Kapitulation.“ Nach so viel Kampf und schmerzhaften Verlusten sei die Vorstellung, die verteidigten Gebiete an Russland abzutreten, für die Ukrainer absolut unakzeptabel.
Das Projekt erfolgt mit finanzieller Förderung des Auswärtigen Amtes durch das Institut für Auslandsbeziehungen.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://dug-o.org/projekte/
Wenn Künstler zu Botschafter werden
von Simona Ciubotaru

Kehl, Mittwoch, 26.11. Die DUGO (Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Ortenau) organisierte im Saal der Freien Evangelischen Gemeinde Kehl ein Benefizkonzert mit dem in der Ukraine renommierten Frontmann und Songwriter der Folk-Metal-Band „Schatten der Sonne“, Sergij Wassyljuk. Der Abend wurde zu einer emotionalen Begegnung mit seinen Landsleuten und dem deutschen Publikum.

Viele ukrainische, namhafte Künstler wurden während der bolschewistischen Diktatur in den sowjetischen Besatzungsjahren gejagt, verhaftet, gefoltert und hingerichtet. Die neuen Generationen trotzen jetzt wieder der Größenwahn und der Machtgier – somit sind renommierte Schriftsteller und Musiker zur Sprachröhre ihrer Nation geworden.
Wie einst Erich Kästner hierzulande, sind etliche davon in der Heimat Ukraine geblieben. Sie dokumentieren das Grauen der russischen Invasion als unmittelbare Zeugen der Geschichte.
Oder sie bringen, wie inzwischen auch der Sänger und Songwriter Sergij Wassyljuk, den Soldaten an der Front durch Kunst ein Stück Normalität und Lebensfreude zurück.

Der beliebte Frontmann der ukrainischen Folk-Metal-Band „Schatten der Sonne“ befindet sich neuerdings auf Tour im Westen und wird hier eine lange Reihe von Benefizkonzerten für die Bedürfnisse seiner militärischen Einheit geben und für Stromgeneratoren, die in den zerstörten Städten die Bevölkerung dringend benötigt. Kehl war seine erste Station.
Er betrat die Bühne im schwarzen, ukrainisch-traditionellen Hemd und mit Militärhosen und Soldatenstiefeln an – Halb Künstler, halb Soldat. Seine feinen Gesichtszüge verrieten die tiefe Müdigkeit eines Mannes, der seit Juli 2022 als (übrigens freiwilliger) Soldat seiner Heimat dient und die Abscheulichkeiten des Kriegs aus direkter Nähe erlebt hat.
Wassyljuk sang im ersten Teil in eigener Begleitung mit Akustikgitarre – danach kam die komplexe Instrumentierung seiner Band auf digitalem Wege. Er eröffnete sein Konzert allerdings mit einer Rede, wie ein politischer Emissär: „Es dürfte keine Zweifel mehr darüber bestehen, wer hier der Aggressor ist, wer wen angegriffen hat. Die Dinge verhalten sich bei uns folgendermaßen: Stellen Sie sich vor, Deutschland würde wieder Österreich angreifen und besetzen, weil man ja in Österreich doch ‚irgendwie ein‘ Deutsch spricht. Oder es würde Elsass annektieren, weil dort Alemannisch gesprochen wird.“
Wassyljuks Repertoire umfasste ergreifende Lieder aus der ukrainischen Folklore, wie „Oh, im Feld blüht der rote Schneeball“ oder „Die Kosaken ritten dahin“, die alle seine Mitbürger im Saal mitsangen. Dazu frei rezitierte Gedichte und eigene Kompositionen, mal melancholisch, mal voller Kampfgeist und Kraft – mitunter Vertonungen von hochwertigen Texten berühmter Dichter aus der Ukraine, wie „Auf diesem Feld, blau wie Flachs“ des Lyrikers und Dissidenten Wassyl Stus. „Der international bekannte Autor wurde 1985 in sowjetischer Haft zu Tode gefoltert – direkt nachdem seine Nominierung für den Nobelpreis kam“, erklärte der Sänger. Und rief mit Trotz und Würde in den Augen: „Wir haben keine Angst vor diesen Monstern!“
Mit „Das Kosakengrab“ griff er historische Motive auf – da die Ukrainer sich als direkte Nachfolger der freiheitsliebenden Kosaken verstehen. Aber beim lyrischen Stück „Der gute Engel“ lud der Sänger das Publikum zum Tanz ein – zunächst zeigten sich die Zuhörer zögerlich, aber dann glitten mehrere Paare durch den Saal.
Im zweiten Konzertteil gingen die Emotionen durch die Decke, als Lieder wie „Für die Mutter Ukraine“ und „Herbst – du bist mein Frühling“ erklangen. Das letztere besitzt Symbolstatus als Ausdruck der Sehnsucht aller Ukrainer nach Frieden und Normalität. Beim Klassiker „Die Kosaken stürmen voran“ stand der ganze Saal auf – als Zeichen des Respekts vor den gefallenen Soldaten. „Jeder von hier hat jemanden in diesem Krieg verloren“, so Wassyljuk. Viele sangen mit Tränen in den Augen mit.
„Einige Lieder haben ihre Symbolik durch den Krieg der letzten Jahre verändert und vereinen durch ihre Ausstrahlungskraft die ukrainische Bevölkerung aus der ganzen Welt unter denselben Idealen – Freiheit und Unabhängigkeit“, erklärte Margarita Koshyl aus dem DUGO-Vorstand.
Der Sänger mit wunderschöner Tenorstimme ist zweifelsohne ein angeborener Leader. Ob er spricht oder singt, er berührt, beflügelt und inspiriert. Sein Verhalten seinen Mitbürgern gegenüber ist herzlich – der beliebte Musiker umarmte, ermutigte und tröstete nach seinem Konzert in Kehl jede/n Ukrainer/in, der/die mit ihm sprechen wollte. Aber seine Augen blieben voller Schatten: Trotz und Schmerz schimmern gleichzeitig darin. Ein Unsagbares, das an der Seele zu nagen scheint – man sieht es auch in den Augen der ukrainischen Flüchtlinge, nebst ihrer immer noch nicht gebrochenen Würde.
„Würde und Trotz – davon könnte sich der Rest Europas eine dicke Scheibe abschneiden“, sagte ein deutscher Zuhörer nach dem Konzert voller Bewunderung.
Der über ihren Kopf von Putin und Trump geplante „Frieden“ würde „den Russen Städte verschenken, die sie nicht erobern konnten. Die Russen wollen unsere Staatlichkeit eigentlich auflösen“, so der Künstler im Gespräch mit der Kehler Zeitung. „Man kann mit ihnen nicht zuverlässig verhandeln. Sie sagen ja in einem Sprichwort über sich selbst, dass kein gesunder Menschenverstand ihre Irrationalität erfassen könne.“
Charkiw – Strasbourg – Kehl
Eine Friedensachse?
In einem sehr bewegenden Akt wurde am 07. November, wie bereits durch die Stadt Kehl dokumentiert (Hinweis auf die Website der Stadt Kehl), die entstehende Solidaritätsvereinbarung von den drei verantwortlichen Bürgermeistern und der Eurometropole unterzeichnet, nachdem sich der Bürgermeister von Charkiw in das Goldene Buch der Stadt Strasbourg eingetragen hatte.
Der Oberbürgermeister der Stadt Kehl, Herr Wolfram Britz, hob in seiner Rede die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten hervor, namentlich die von Margarita Koshyl, Sprecherin des Vorstands der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Ortenau, die aus Charkiw stammt.
Unsere Gesellschaft will sich auch in Zukunft für ein friedensstiftendes Miteinander in unterschiedlichen Bereichen einsetzen.
Mit Vertreterinnen und Vertretern der Ukraineunterstützer u.a. Der grenzüberschreitenden und internationalen Zusammenarbeit der Region Grand Est wurden zukunftsweisende Kontakte geknüpft.
Der Weg für weiteren Austausch, interkulturelle Kooperation und zivilgesellschaftliche Projekte ist damit eröffnet. Wir freuen uns darauf!
Partnerschaftsvereinbarung zwischen Charkiv, Strassburg und Kehl



Teilweise Wiedergabe aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 23. Oktober 2025 in Kehl:
Wir erlauben uns, die Wortbeiträge zu dem Tagesordnungspunkt „Zustimmung zum Verwaltungsvor-
schlag (mit Nr. 177/2025) zur Unterzeichnung der Solidaritätspartnerschaftsvereinbarung zwischen
Strasbourg, Charkiv und Kehl zusammen zu fassen:
Im Rahmen der Bürgerbefragung konnte Frau Margarita Koshyl ihre Dankbarkeit über die Unterstüt-
zung der ukrainischen Mitmenschen in der Ortenau wie auch der Unterstützung ihres Heimatslandes
zum Ausdruck bringen. Der Oberbürgermeister lobt ihr zivilgesellschaftliches Engagement, ihren Mut
und nicht zuletzt ihre perfekte deutsche Sprache.
Einleitend zum Tagesordnungspunkt zur oben genannten Abstimmung hat sich Oberbürgermeister
Wolfram Britz wie folgt geäußert:
„Mit der EuroMetropole und Strasbourg möchten wir eine Solidaritätspartnerschaft mit Charkiw ein-
gehen“ und er sagte weiter: „den Wunsch (adressiert durch die Deutsch Ukrainische Gesellschaft
Ortenau), dass die Zivilgesellschaft in der Vereinbarung eine stärkere Rolle spielt, kann er sehr gut
nachvollziehen.“
Er führt dazu aus, dass auf aufgrund eines aufwändigen Verfahrens eine Vereinbarung entstanden ist,
die den „größtmöglichen Spielraum zur Einbindung, der Gesellschaft und auch von Darya Romanenko“
zulässt.
Er unterstreicht dabei ihre Rolle, wie sie in der Vergangenheit mit anderen Organisationen schon einige
Projekte auf den Weg gebracht hat. Er erinnert z.B. an ihre Begleitung bei der Übergabe von Feuer-
wehrfahrzeugen.
Herr Oberbürgermeister Britz erinnert auch, dass im letzten Jahr Jugendliche aus Charkiv empfangen
wurden und den Europapark besuchen konnten oder an die Übergabe von Solarkraftwerken.
Aus dem Kontext der Vergangenheit bittet er den Gemeinderat „inständig“, dem Beschlussvorschlag
zuzustimmen, da er die Möglichkeit bietet, zusammen mit dem großen Partner Strasbourg, hier tätig
zu werden.
Frau Gemeinderätin Sanja Tömmes, der er das Wort erteilt, frägt nach den Modalitäten der Umsetzung,
wonach lt. Art. 4 der Vereinbarung innerhalb der administrativen Strukturen, jemand als Koordinator
und Begleitperson benannt werden soll.
Sie schlägt namentlich die Einbindung der Deutsch Ukrainische Gesellschaft Ortenau als möglichen An-
sprechpartner bzw. Darya Romanenko bzw. Menschen, die sich mit Herzblut engagieren, vor.
Sodann informiert sie die anderen Ratsmitglieder davon, dass sie der Beschlussvorlage voll umfänglich
zustimmt. Sie wünscht sich aber, dass der Gemeinderat darauf achtet, dass die Menschen, die sich die
letzten Jahre sehr engagiert haben, auch mit eingebunden und informiert werden.
Sie sagt weiter „ich hätte mir gewünscht, dass es nicht so schnell gehen muss, … wir haben Anfang
November unsere deutsch-franz. Kommission Kehl-Strasbourg, da wäre es ein super Thema gewesen
…. .“
Herr Oberbürgermeister Britz erklärt ausdrücklich: „Ja, da haben Sie vollkommen recht…., aber wir ha-
ben vorher (Ergänzung: vor der geplanten Unterzeichnung am 07.11.2025) keine weitere Gemeinde-
ratssitzung mehr.“ … „Es gibt noch mehr Personen, die sich engagiert haben aber die vorgenannten
werden wir natürlich zu den genannten Themen einladen und hierzu befragen, um dann Entscheidun-
gen treffen zu können“ bekräftigt er. „Von städtischer Seite aus kann es nur eine bedingte Betreuung
geben.“
„Ob hierfür ein Gemeinderatsbeschluss erforderlich ist oder was wir hierfür brauchen ist noch völlig
unklar, aber wir werden es auf den Weg bringen und über das OB-Büro oder in der Stabsstelle bei mir
betreuen und begleiten.“
Im Anschluss an diese Redebeiträge erfolgte die Abstimmung des Gemeinderates über die Sitzungsvor-
lage – es gab keine Gegenstimmen oder Enthaltungen. Der Oberbürgermeister bedankte sich herzlich
dafür.
Die Deutsch Ukrainische Gesellschaft freut sich auf die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit und auf
den Austausch mit der Stadtverwaltung im Rahmen der Solidaritätspartnerschaft, die für mindestens
drei Jahre gelten soll.
Ergebnis:
In der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 23. Oktober 2025 in Kehl,
wurde dem Verwaltungsvorschlag (mit Nr. 177/2025) zur Unterzeichnung
der Solidaritätspartnerschaftsvereinbarung
zwischen Eurometropol Strasbourg
Region Grand Est
Charkiv (Ukraine)
und der Stadt Kehl
vom Gemeinderat einstimmig zugestimmt.
(siehe auch beiliegender Entwurf)
📣 Weitere Veranstaltungen der Reihe: „Worte überwinden Grenzen“:
22.11. Yevgenia Bielorusets
17.12. Natalka Sniedanko
Hoffnung auf Frieden in der Ukraine

„Ein Schiff, das sich (ukrainische) Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit…
…..Das Schiff es fährt vom (russischem) Sturm bedroht durch Angst, Not und Gefahr, Verzweiflung, Hoffnung, Kampf und Sieg, so fährt es Jahr um Jahr.
Und immer wieder fragt man sich: Wird denn das Schiff bestehen? Erreicht es wohl das große Ziel? Wird es nicht untergehen?…..
….Ein jeder stehe, wo er steht und tue sein Pflicht…
….Und was die Mannschaft fest zusammenschweißt, in Glaube, Hoffnung, Zuversicht, ist Gottes guter Geist…..
…..Viel Freunde sind mit unterwegs, auf gleichen Kurs gestellt. Das gibt uns wieder Mut, wir sind nicht mehr allein. So läuft das Schiff nach langer Fahrt in Gottes Hafen, (der da Frieden heißt) endlich ein.“
aus dem Lied 609 im EVG
Welch eine Überraschung!

👏 Die angekündigte Wanderung wurde ein voller Erfolg: Dem Aufruf auf unserer Internetseite www.dug-o@org.de und der „Mund zu Mund Werbung“ sind fast 30 deutsche und ukrainische Wanderfreunde gefolgt, und standen pünktlich um 09:10 Uhr am Bahnhof in Kehl zur Abfahrt bereit. 🚓 Die Polizeikontrolle haben wir gut überstanden und kamen nach einer kurzen Bahnfahrt um 10:18 Uhr in Lautenbach am Start unserer Wanderung an.
🥾 Der Weg führte uns am Sonnenhotel vorbei, einige nutzten die kühlende Kneippanlage. Ein Bauer erzählte uns die Geschichte seiner Kameruner Wollschafe.
💬 Zwetschgenbäume, die nicht mehr abgeerntet werden, weil das Brennen unrentabel ist, tolle Blumen und andere Früchte begleiteten unsere intensiven Gespräche bis zu einem wunderbaren Rastplatz. Er gleicht einem Wohnzimmer in der freien Natur, unglaublich liebevoll eingerichtet, und für alle, die ihr Vesper zu Hause vergessen haben, auch noch mit reichlich Proviant ausgestattet – ganz zu schweigen von dem herrlichen Ausblick auf das Renchtal.
🥪 Aber das Wichtigste war der rege Austausch zwischen den Teilnehmern, die zu 50 % ukrainischer und zu 50 % deutscher Nationalität waren. Die Themen waren unglaublich vielfältig, zwischen den Projekten, in die die meisten Wanderer irgendwie involviert sind, Bitcoin, Erfahrungen in der Schule, Erfahrungen im Beruf, lustige und auch traurige Episoden aus dem Leben der Einzelnen. Die Bahn brachte uns zuverlässig gegen 15:00 Uhr wieder nach Hause. Mit einer neuen WhatsApp Gruppe ausgestattet, bedanken wir uns bei Dorothea und Volodymir für die tolle Organisation und freuen uns auf die nächsten Aktivitäten.
Wie der Angriff auf die Ukraine das Denken eines deutschen Boomers und Kriegsdienst – verweigerers verändert:
Lesen Sie hier
🇺🇦 Unser DUGO-Treffen mit der Planung von zukünftigen Projekten

Fotos: freepik

🌟 Am 14.06. fand ein großes Treffen in der DUGO-Gemeinschaft statt. Wir freuten uns, neue Mitglieder willkommen zu heißen, engagierte Teilnehmende persönlich kennenzulernen und gemeinsam produktiv an Ideen für die kurz- und langfristige Umsetzung zu arbeiten.
🤝 Die Arbeit war wirklich inspirierend: Wir nutzten das Format einer „Zukunftswerkstatt“, in dem jede*r Teilnehmende eigene Vorschläge und Kritikpunkte einbringen konnte. Anschließend diskutierten wir in Kleingruppen, worauf wir uns in der nächsten Zeit fokussieren möchten.
🎭 Spannende Projekte stehen bevor! Schon diesen Sommer planen wir mehrere Treffen zur Verbindung von Ukrainer*innen und Deutschen — darunter Wanderungen in den Bergen und Begegnungen nach Interessen.
📢 Bleibt dran, um nichts zu verpassen! Werde Teil unserer Gemeinschaft und bringe deine Ideen ein – wir sind offen für neue Impulse und Zusammenarbeit!








